Auf dem Markt

Märkte haben im Isaan noch eine besondere Bedeutung. Denn in diesem Landstrich lebt ein Drittel der Menschen weit verstreut in kleinen Orten oft mit kaum mehr als 500 Einwohnern.
Vor Ort sind die Geschäfte vorhanden, in denen man die nötigsten Dinge für Haushalt und Küche bekommt. Jedoch, wer mobil ist wird seinen Bedarf an frischen Waren auf dem nächsten Markt einkaufen. Bis dahin können es aber schon mal 15 km sein.

Obststände mit frisch geernteten Früchten

Das bunte Treiben der Bauernmärkte beginnt lange vor Tagesanbruch. Händler und Gastronomen kaufen frisches Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch für den kommenden Tag ein. Wer rechtzeitig aufsteht findet ein reiches und preiswertes Angebot. Langschläfer, die erst nach Tagesanbruch kommen, müssen gute Ware oft schon erheblich teurer bezahlen. In jedem Fall ist der Preis aber auch vom Verhandlungsgeschick des Kunden abhängig.

Garküchen fehlen auf keinem Markt, gleichgültig was es sonst zu kaufen gibt. Da wird frisches Gemüse im Wok gebraten, daneben, in einem riesigen Suppentopf der typische Reisbrei gerührt, Fisch gegrillt oder Früchte in mundgerechte Stücke zerteilt. Wer den kleinen Hunger sofort stillen will, der setzt sich auf einen wackeligen Campingstuhl an einem ebenso wackeligen Campingtisch neben der Garküche. Wer lieber zu Hause essen möchte, dem wird seine Bestellung blitzschnell in kleine durchsichtige Plastiktüten gefüllt, die dann ebenso blitzschnell mit einem Gummiband verschlossen werden. Zu Hause angekommen wird der Inhalt der Tüten dann in Schalen und auf Teller umgefüllt und die ganze Familie versammelt sich zum Frühstück.

fahrender Händler

Aber die Bauern sind auch selbst fahrende Händler. Manchmal rollt dann ein Kleinlastwagen, ein Pickup, vollbeladen mit Feldfrüchten, Obst und Gemüse oder Eiern langsam durch das Dorf. Über ein Megafon preist der Fahrer die Ware an während seine Frau auf der Ladefläche sitzt und die Kunden bedient.

Fliegende Märkte finden vielerorts ein- oder zweimal im Monat statt. Bei Sonnenaufgang kommen die Händler mit ihren Pickups und bauen ihre Verkaufsstände auf dem Dorfplatz auf. Vornehmlich werden hier Haushaltswaren und Kleidung angeboten. Damit auch wirklich jeder mitbekommt, das Markttag ist, werden als allererstes große Lautsprecherboxen in Betrieb genommen und mit einheimischer Folklore gespeist und das bleibt so, bis der Markttag sich dem Ende zuneigt.

 

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